Logistik Baden-Württemberg

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Historie der Logistik

Entwicklungsstufen der Logistik in Deutschland

Der Begriff Logistik stammt ursprünglich aus dem Bereich des Militärs und beinhaltet dort die Organisation des Transports, des Nachschubs, der Truppenbewegungen und der Unterbringung der Truppen.

Die Logistik als Planungs- und Steuerungsinstrument hat sich zunächst in der amerikanischen Managementlehre und der Wirtschaftswissenschaftlichen Literatur etabliert. Von diesem Ursprung aus ist im Laufe der Jahre die industrielle Logistik als unternehmerischer Funktionsbereich entstanden.

Öffnet vergrößerte Ansicht in neuem Fenster: Kleine historische Lokomotive auf einem Gleis. (Quelle: Daimler AG)

Kleine historische Lokomotive auf einem Gleis

Die (industrielle) Logistik umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle des Material- und des zugehörigen Informationsflusses von der Beschaffung über die Produktion und Entsorgung bis hin zur Distribution.

Logistik steht heute für eine wichtige Querschnitts- und Servicefunktion, welche die klassischen Funktionsbereiche (z. B. Einkauf, Fertigung, Personalwesen, ...) eines Unternehmens durchdringt und im Sinne eines optimalen Materialflusses abstimmt.

Logistik steht aber auch für die gesamte Materialfluss- und die damit verbundene Informationskette von der Auftragsabwicklung des Kunden über das eigene Unternehmen bis hin zum Lieferanten.

Logistik beinhaltet alle Aufgaben quer durch alle Funktionsbereiche der Unternehmen, bei denen geplant, gesteuert und optimiert wird.

In der unternehmerischen Praxis haben sich bestimmte Teilgebiete der Logistik herausgebildet. So wird heute zwischen Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Entsorgungslogistik, Marketinglogistik, Distributionslogistik etc. unterschieden. Diese Teilgebiete der Logistik haben etwas gemeinsam: alle stehen für das Zusammenspiel von Bewegungs-, Transport- und Ladevorgängen, durch die Raum und Zeit überwunden werden können.

Das Ziel der Logistik besteht darin, alle unternehmerischen Ressourcen (Produktionsfaktoren) so einzusetzen, dass die Logistik auf diese Weise ihre Hauptaufgabe, die richtige Menge der richtigen Ressource am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der erforderlichen Qualität und zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen, optimal erfüllen kann.

Durch die Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft bekommt auch die Logistik eine immer stärkere internationale Prägung. Die meisten Transportleistungen in Europa sind bereits heute grenzüberschreitend.

Historisch lässt sich dieser Prozess in drei Entwicklungsstufen darstellen:

1970-Jahre – Konzentration auf Einzelfunktionen

Die erste Stufe (bis zum Ende der 1980-Jahre) war gekennzeichnet durch eine Konzentration auf material- und warenflussbezogene Aufgaben und Funktionen, wie z. B. dem Transport und der Verpackung von Gütern. Die Organisation der Logistik war der Unternehmens- bzw. Kundenstruktur vollkommen angepasst und überwiegend funktionsorientiert gestaltet. Die Logistikkette von Beschaffung, Produktion, Distribution und Entsorgung wurde oft nicht als Kette erkannt, sondern segmentiert behandelt.

1980-Jahre – Effizienzsteigerung im Logistikmanagement

In der zweiten Stufe (1980-Jahre) stand die Entwicklung eines Logistikmanagements im Vordergrund. Verfolgt wurde das Ziel, den zunehmenden Wettbewerbsfaktor Logistik zu optimieren, indem die effizienz- und effektivitätsmindernden Schnittstellen zwischen Beschaffung, Produktion und Vertrieb verbessert wurden.

Seit Mitte der 1990-Jahre – Ganzheitliche Prozessoptimierung über die gesamte Logistikkette

Öffnet vergrößerte Ansicht in neuem Fenster: Qualitätskontrolle am Förderband (Quelle: Bosch AG)

Qualitätskontrolle am Förderband

Die dritte und noch anhaltende Entwicklungsstufe zeichnet sich durch eine materialflussorientierte Betrachtungsweise aus, deren Ziel die optimale Gestaltung von Prozessen ist. Kennzeichnend für diese prozessorientierte und ganzheitliche Betrachtungsweise sind die Berücksichtigung des Wettbewerbfaktors Zeit, die Reaktion auf gestiegene Erwartungen im Bereich Schnelligkeit und Flexibilität der Produktion sowie eine Wertschöpfungskette, deren Mittelpunkt der Kunde ist.

Entsprechend hat sich auch das Profil der Logistikunternehmen über die Jahre verändert. Der Logistiker im 21. Jahrhundert ist ein so genannter Mehrwertdienstleister, der seinen Kunden neben dem Gütertransport eine Vielzahl von passgenauen Zusatzleistungen anbietet. Das Spektrum reicht von der Verpackung, Etikettierung über die Fakturierung und Warenbereitstellung bis hin zur auftragsbezogenen Montage von Teilkomponenten und Endprodukten oder Serviceleistungen wie Call-Center-Aktivitäten.

Die Logistikbranche hat aufgrund dieser vielfältigen Querschnittsaufgaben einen hochinteressanten Arbeitsplatzmix, der zwischen High-End-Arbeitsplätzen im Bereich IT oder Supply Chain Management und einfachen Arbeitsplätzen im Lager alles bietet.