Logistik Baden-Württemberg

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Der Nutzen für Spediteure und Transporteure

Umsatzanteile und Potentiale in den Branchen

Neben vielen anderen Analysen hat sich Anfang 2008 die SCI Verkehr GmbH im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württembergs auch mit dieser Fragestellung beschäftigt.

Öffnet vergrößerte Ansicht in neuem Fenster: Blick auf ein Hochregallager mit Paketen. (Quelle: Amann)

Blick auf ein Hochregallager mit Paketen.

Die nachstehenden Antworten der SCI GmbH gelten nach wie vor. Die Wirtschaftszweige, die die Dienst- und Transportleistungen der Logistikbranche in Anspruch nehmen, sind die so genannten Verlader. Es gibt in Baden-Württemberg viele starke Potentiale der Verladerbranchen.

Baden-Württemberg ist ein Kernland der deutschen Industrie. Insbesondere in den Branchen Fahrzeugbau, Maschinenbau und Elektrotechnik nimmt Baden-Württemberg eine Führungsposition ein. Ferner ist Baden-Württemberg auch stark in den Bereichen Metall, Chemie/Pharmazie, der Papier, Verlags- und Druckindustrie und in der Ernährungswirtschaft. 

Umsatzanteile 2006 - Industriebranchen in Baden-Württemberg

Branche Umsatzanteile
Fahrzeugbau 29,0 %
Maschinenbau 20,0 %
Elektrobereich 13,8 %
Metalle 9,0 %
Chemie 5,8 %
Papier, Verlag und Druck 5,1 %
Ernährung / Tabakindustrie 5,0 %
Gummi / Kunststoffe 3,8 %
Textil / Bekleidung 1,8 %
Glas, Keramik, Steine, Erden 1,4 %
Sonstige 5,5 %

Potentiale im Maschinenbau

Der Bereich Maschinenbau ist mit rund 265.000 Beschäftigten die beschäftigungsstärkste baden-württembergische Industriebranche. Baden-Württemberg hat bei einem Umsatz von rund 52 Mrd. EUR einen Anteil von fast einem Drittel am Umsatz des gesamten deutschen Maschinenbaus. Der Maschinenbau ist sehr stark mittelständisch geprägt. Der Maschinenbau ist durch einen hohen Exportanteil geprägt. Außerdem hat sich das Prinzip der Arbeitsteilung im Maschinenbau in besonderem Maße durchgesetzt. Die Vorhaltung von Ersatzteilen erfordert eine umfangreiche Lagerhaltung. Daher ist die Logistik eine wesentliche Hilfsfunktion für den Maschinenbau. Während die Transportfunktionen im Wesentlichen an Logistiker und Güterkraftverkehrsunternehmen fremd vergeben sind, werden die Funktionen Lagerhaltung und Warensteuerung oftmals noch von den Unternehmen selbst erbracht. Das Outsourcing dieser Bereiche bietet mittelfristig dem Maschinebau und Logistikdienstleistern gleichermaßen hohe Optimierungspotentiale.

Potentiale im Fahrzeugbau

Öffnet vergrößerte Ansicht in neuem Fenster: Verladung von PKWs mit einem Förderband in ein Flugzeug. (Quelle: Daimler AG)

Verladung von PKWs mit einem Förderband in ein Flugzeug.

Die amtliche Statistik für den Fahrzeugbau in Baden-Württemberg weist mehr als 370 Unternehmen mit rund 240.000 Beschäftigten und ein Jahresumsatz von über 74 Mrd. EUR aus. Der weit überwiegende Teil ist die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern. Sie ist und bleibt auch in den nächsten Jahren eine der Schlüsselbranchen des Landes Baden-Württemberg. Über hundert Jahre Automobiltradition sind ein Grund dafür, dass am Standort eine lebendige Struktur mit mehr als 1.000 Automobilzulieferern aus den verschiedensten Branchen entstanden ist. Die in Baden-Württemberg produzierende Automobilindustrie fungiert auch als Innovationstreiber in den verschiedensten angegliederten Branchen. Eine dieser Branchen ist die Logistik, in der die Automobilindustrie durch die Einführung logistischer Konzepte wie „Just in Time“ oder „Just in Sequence“ in besonderer Weise als Innovationsmotor gewirkt hat. Die Arbeitsteilung zwischen Zulieferern und Herstellern ist in dieser Branche besonders weit fortgeschritten. Dadurch ist der logistische Aufwand besonders hoch. Außerdem werden in dieser Branche Logistiker bereits in viele wertschöpfende Arbeitsschritte, von der Zusammenführung von Teilen bis zur Vorproduktion einzelner Komponenten, integriert. Engagement und innovative Ideen sind ein Garant für dauerhafte Zusammenarbeit mit dieser Branche.

Potentiale in der Elektronik- und Elektroindustrie

Neben dem Maschinen- und Fahrzeugbau gehört die baden-württembergische Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit 193.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 37 Mrd. EUR zu den drei größten Industriebranchen des Landes. Baden-Württemberg hat hier einen Anteil von gut einem Fünftel am Umsatz der gesamten deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Für die deutsche Elektroindustrie ist Baden-Württemberg einer der wichtigsten Standorte. Die Elektroindustrie ist aufgrund ihres hohen Exportvolumens und der kleinteiligen Zulieferstruktur ebenfalls stark von logistischen Prozessen abhängig. Outsourcing logistischer Funktionen jenseits des Transportes findet in allen Unternehmen dieser Branche statt.

Potentiale in der Chemischen Industrie

Produkte der chemischen Industrie sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Entsprechende Bedeutung hat die chemische Industrie für unsere Wirtschaft, als Rohstoff-Produzent oder als Zulieferer für viele Bereiche unserer Industrie. Baden-Württemberg ist mit knapp 500 Unternehmen und rund 100.000 Beschäftigten deutschlandweit einer der führenden Standorte der chemischen Industrie. Mit einem Anteil von rund 10 % am Gesamtumsatz gehört die chemische Industrie zu den drei größten Branchen des verarbeitenden Gewerbes in Baden-Württemberg. Die chemische Industrie ist aufgrund ihrer Anforderungen an die Rohstoffe und die Struktur ihrer Endprodukte (viele Flüssiggüter) ein besonders wichtiger Partner für Binnenschifffahrt und Eisenbahn. Die eingesetzten Logistikunternehmen sind in der Regel hoch spezialisiert. Die Outsourcingquote der chemischen Industrie ist hoch, nicht zuletzt, da die Chemiekonzerne ihre Logistikabteilungen zu Logistikunternehmen weiterentwickelt haben.

Potentiale im Pharmabereich

Öffnet vergrößerte Ansicht in neuem Fenster: Blick in ein Hochregallager der Firma DHL.(Quelle: Bosch-Rexroth)

Blick in ein Hochregallager der Firma DHL.

Innerhalb der chemischen Industrie Baden-Württembergs ist der Pharmabereich die größte Teilbranche: 138 Arzneimittelhersteller mit knapp 40.000 Beschäftigten machen Baden-Württemberg zum Standort Nummer eins in Deutschland. Dabei reicht das Spektrum von forschenden Pharmakonzernen über mittelständische Arzneimittelhersteller bis hin zur Herstellung wichtiger Generika. Eine Spezialität der Arzneimittelherstellung in Baden-Württemberg ist die Produktion und der Vertrieb von Arzneimitteln für besondere Therapierichtungen wie zum Beispiel Homöopathie und pflanzliche Wirkstoffe. In diesem Bereich ist Baden-Württemberg der führende Standort in Europa. Die Pharmaindustrie ist vor allem für auf Feinverteilung spezialisierte  Unternehmen ein wichtiger Kunde.

Potentiale in der Ernährungswirtschaft

Eine weitere, auch für die Logistik bedeutende Branche ist die Ernährungswirtschaft. In dieser Branche sind in Baden-Württemberg immerhin 822 Betriebe mit 63.000 Beschäftigten tätig. Bekannte Marken wie Ritter Sport oder Hengstenberg vertreiben ihre Produkte weit über Baden-Württemberg hinaus und brauchen eine ausgefeilte Logistik. Die Teigwarenindustrie Baden-Württembergs ist führend in ganz Deutschland. Aber auch die vielen Betriebe der Ernährungsindustrie mit regionalem Bezug stellen aufgrund der Verderblichkeit der Produkte hohe Anforderungen an die Logistik. Im Frischebereich erbringen derzeit noch viele der Unternehmen ihre Logistikdienstleistungen selbst. Ein potentieller Markt, den es zu erschließen gilt.